
Pullach im Isartal
Pullacher Senioren erlebten
Gestern, Heute und Morgen
- in
Penzberg
Unter der Führung von Herrn Prof. Dr. Buchner machten sich die Pullacher Seniorinnen und Senioren auf, einen Blick auf Vergangenes, auf die Gegenwart und vielleicht auch in die Zukunft zu werfen. Bei strahlendem Sonnenschein führte uns morgens die Busreise über die schöne Garmischer Autobahn mit ihren geplanten, von Menschenhand gestalteten und trotzdem völlig natürlich wirkenden Randbepflanzungen nach Penzberg.
Nicht umsonst hatte Herr Prof. Buchner Penzberg ausgewählt: Eine Stadt, die unter der Aufgabe des Kohlebergbaus zu leiden hatte, der über 170 Jahre lang ihr Geschick bestimmte. Immerhin waren 1951 noch über 2000 Menschen im Bergbau beschäftigt, die bei der Schließung des Pechkohleabbaus 1966 ihren Arbeitsplatz verloren.
Die Stadt Penzberg brauchte eine neue Perspektive. Sie musste sich von einer Bergleutesiedlung zu einem Hitec-Standort wandeln. Wie gut ihr dies – auch mit Hilfe der Bayerischen Staatsregierung - gelungen ist, zeigt ihr heutiger Wohlstand.

In Penzberg angekommen begrüßte uns eine Abordnung der Penzberger Senioren-Union unter Führung des stellv. Vorsitzenden Walter Kraus und Angelika Biener, mit denen uns gleich von Anfang an ein herzliches Verhältnis verband. Sie hatten für uns einen Besuch im Bergwerksmuseum arrangiert, der uns einen Querschnitt über die Technik des Untertageabbaus der Pechkohle und die schwere Arbeit der Bergleute in den Stollen vermittelte. Eine geschichtliche Epoche, die Penzberg entstehen ließ, aber doch zur Vergangenheit wurde, obwohl die Grube erst 1950 vollkommen modernisiert worden war.
Zuerst wurde Kohle im Ortsbereich abgebaut, bis diese Vorkommen erschöpft waren. Danach wurde ein neues Vorkommen im Gebiet des Nonnenwaldes in Angriff genommen, ein Flurgebiet, das später für die Zukunft Penzbergs noch eine wichtige Rolle spielen sollte.
Es war übrigens eine so interessante Führung und eindrucksvolle Darstellung der Welt unter Tage, dass die Pullacher Senioren nur mit Mühe zum Aufbruch gebracht werden konnten. Es wartete das Mittagessen im Urthaler Hof, das in einer herrlichen oberbayrische Landschaft mit Blick auf Haflinger und Berge eingenommen wurde.
Hier vertieften sich im
Gespräch miteinander die Freundschaften zwischen den Penzberger und den
Pullacher Senioren und Seniorinnen, sodass man spontan beschloss, diese neue
Freundschaft durch einen Gegenbesuch in Pullach zu untermauern.
Wie man sieht, war es ein gelungenes, aber auch gemütliches Miteinander, das uns sicherlich noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.
An dieser Stelle sei den Penzberger Seniorinnen und Senioren ein herzliches Dankeschön für die gute Vorbereitung unseres Besuchs und den herzlichen Empfang gesagt.
Anschließend stand der Besuch des Roche-Werks auf dem Programm, einem Schlüsselstandort für Biotech. Hier werden mit Einsatz der Gentechnik sowohl neue biopharmazeutische Wirkstoffe als auch Diagnostica entwickelt. Dass dieser Besuch keine Selbstverständlichkeit, sondern aufgrund der sensiblen Forschung und Produkte eine Ausnahme war, zeigte sich schon im Vorfeld, als rechtzeitig eine Liste mit Namen und Beruf eingereicht werden musste. Den guten Beziehungen von Professor Buchner ist es zu verdanken, dass dieser Besuch zustande kam.
Nach Passieren der Sicherheitskontrolle empfing uns Frau Joop-Heins mit vielen Informationen, komplexer Wissenschaft und mit Kaffee und Kuchen. Hier wurde klar, welch weite Spanne zwischen der am Morgen erlebten Technik des Bergbaus und jener Technik liegt, die mit Roche Einzug in Penzberg hielt. Und das alles am Nonnenwald, dort, wo der letzte Abbau der Penzberger Pechkohle stattfand.
Frau Joop-Heins hielt uns einen brillanten Einführungsvortrag über Roche und das Penzberger Werk: Über 4.500 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, jeden Tag kostet die Forschung 15 Millionen Euro, investiert wurden bereits 1,3 Milliarden und an vielen Stellen wachsen neue Gebäude. Das Werk strotzt vor Kraft und Energie und hat Penzberg zu einer wohlhabenden Gemeinde gemacht. Die Kombination Pharma und Diagnostics ist ein Alleinstellungsmerkmal der Penzberger. Ihre Arbeit verhilft z. B. Brustkrebs- und Leukämiepatienten zu besseren Heilungschancen. Und dann mussten wir hören, dass ein grüner hessischer Staatsminister für Umwelt und Energie einst der Firma Hoechst in Frankfurt, dem damals größten Pharmaunternehmen der Welt, die Genehmigung verweigerte, sich mit Gentechnik zu beschäftigen. Die Folgen für Hoechst und die dortigen Arbeitsplätze sind bekannt.
Hier wirft sich die Frage auf, ob die heutige Welt nicht zu komplex geworden ist, als dass wissenschaftliche Laien - auch und gerade Politiker – auf dem Gebiet der Gentechnik oder auch der Kerntechnik ohne kompetente wissenschaftliche Unterstützung und Beratung überhaupt weitreichende, verbindliche Entscheidungen treffen dürften. Die Bayerische Staatsregierung zumindest hat hier Weitsicht bewiesen, die heute Penzberg und vor allem der Menschheit zugutekommt.

Anschließend gab uns Herr Dr. Knoll einen interessanten Einblick in seine Arbeit. Er verwendet DNA-Moleküle zur explosionshaften Vermehrung von nur winzigen Spuren von z.B. Schimmelpilzen oder Koli-Bakterien. Damit lässt sich ihr Nachweis und etwa die Lebensmittelsicherheit extrem verbessern.
Nach diesen ungemein interessanten Einblicken in die Arbeit des Unternehmens Roche schloss sich eine lebhafte Diskussion an, die zeigte, wie sehr dieser Besuch und die vielen Informationen die Pullacher Seniorinnen und Senioren bewegten. Herr Professor Buchner bedankte sich sehr herzlich bei Frau Joop-Heins und Herrn Dr. Knoll für die Mühe, mit der der Besuch der Pullacher Senioren vorbereitet wurde, für diesen informativen Nachmittag und den freundlichen Empfang; ein Dank, dem sich alle Besucher anschlossen.
Nach einer Rundfahrt durch das Werksgelände nahm unser Bus wieder Kurs auf Pullach. So ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende, der den Pullacher Senioren viele neue Einsichten und Erkenntnisse vermittelte. Vor allem zeigte er, dass unsere Welt nicht nur schwarz und weiß ist, sondern dass man sich vor kurzsichtigen, eifernden Ideologien hüten sollte. Herr Professor Buchner, haben Sie ganz herzlichen Dank für diesen denkwürdigen Tag!
Dr. Hans Werner Politsch
CSU Senioren Union Pullach