Heinrich
Campendonk und Pater Geißinger
Die Pullacher Senioren-Union der CSU
im Museum in Penzberg und im Kloster Benediktbeuern
Keiner der
Pullacher Seniorinnen und Senioren hätte darauf gewettet, dass der verregnete
Mittwoch tags darauf am Donnerstag letzter Woche einem strahlenden Sommertag
Platz machen
würde, als sie bei hellem Sonnenschein und blauem Himmel mit dem Bus nach
Penzberg und dann weiter zum Kloster Benediktbeuern fuhren. Herr Professor Dr.
Buchner hatte zu seiner jährlichen Exkursion eingeladen, zu Begegnungen mit
außergewöhnlichen Menschen und Institutionen.
In Penzberg erwarteten uns unsere Freunde von der dortigen Senioren-Union
vor dem Stadtmuseum; sie hatten uns den Besuch der Campendonk-Ausstellung „Ein
blaues Leben“ empfohlen.
Heinrich
Campendonk war Mitglied der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“, der er sich 1911
angeschlossen hatte. Um ehrlich zu sein, wohl allen sind die Namen Franz Marc,
Wassily Kandinsky, Paul Klee, August Macke oder Gabriele Münter bekannt. Wer
aber war Heinrich Campendonk?
Das kleine Museum,
seine Leiterin Gisela Geiger und der Architekt Thomas Gruber gaben Antwort. Mit
einer umfangreichen Sammlung seiner Bilder, die in einem alten Bergmannshaus
untergebracht ist, überraschte Campendonk uns mit seinem expressionistischen,
surrealistischen Stil. Seine Tierdarstellungen erscheinen fast märchenhaft.
Seine Bilder aus der Umgebung von Penzberg mit ihrer hochexpressiven, dennoch subtilen Farbgebung werden zu
„magischen Augenblicken“.
Warum aber
blieb er weitgehend unbekannt? Heinrich Campendonk war 1933 von den Nazis
gezwungen worden, seine Professur an der Düsseldorfer Akademie aufzugeben und
seine Werke wurden zu „entarteter Kunst“ erklärt. Er emigrierte nach Belgien
und starb 1957 in Amsterdam. Wohl unter dem Eindruck des Unrechts, das im angetan
worden war, verbot er die weitere Ausstellung seiner Bilder.
Dann ging es
zum Kloster Benediktbeuern.
Nach einer
Stärkung in der Klostergaststätte empfing uns der 1. Bürgermeister Georg
Rauchenberger, der uns Willkommen hieß und viel Wissenswertes über seine
Gemeinde berichtete. Danach begrüßte uns Pater Geißinger, der Leiter des
Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK). Dieses klostereigene Zentrum widmet sich
der Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung, dem Schutz der Umwelt und der
ökologischen Bewirtschaftung. Auch die Senioren des ZUK berichteten über ihre
Arbeit. Das Ziel des 1999 gegründeten Arbeitskreises ist, in ehrenamtlicher
Arbeit Dienstleistungen für das Kloster zu erbringen: Wegebau und -erneuerungen
um die Biotope, der Bau einer Blockhütte, Obst ernten und natürlich auch Geld
spenden gehören dazu. Besonderen Eindruck hinterließ uns die Entwicklung eines
Nistkastens, der durch Austausch der Frontplatte verschiedenen Vogelarten, ja
sogar Fledermäusen, angepasst werden kann. Und das Schönste ist: Man kann ihn
kaufen!
Danach führte uns Pater Geißinger durch den Klostergarten und erzählte
uns, welche Symbolik der Anordnung der Wege und den einzelnen Pflanzenarten
zugrunde liegt. Auch in der Pfarrkirche St. Benedikt erfuhren wir Vieles über
die symbolische Bedeutung der Ausgestaltung dieses wunderschönen Gotteshauses.
Wir waren
sehr beeindruckt von der Persönlichkeit Pater Geißingers, von seiner
philosophischen, tief christlich geprägten Ausdeutung z.B. der Deckengemälde im
Empfangssaal des Gymnasiums, … und sind nachdenklich, still und dankbar
geworden.
So ging ein
ereignisreicher Tag zu Ende, jedoch nicht ohne einen Abstecher zum Forsthaus
Höhlmühle bei Habach zu machen, wo wir bei einer abendlichen Brotzeit und in
Gesprächen das Erlebte und Gesehene besprachen. Die Pullacher CSU-Senioren und
ihre Gäste waren sich einig:
Ein
herzliches Dankeschön gilt Herrn Professor Dr. Buchner, der uns dieses schöne
Erlebnis vermittelt hat!
Dr. Hans
Werner Politsch
Vorsitzender der SEN Pullach